Weiterbildung Train the Trainer in Genf · Kanton GenèveAusbildung von Ausbildenden im Kanton Genf: Wie lässt sich prüfen, ob ein vermitteltes Verfahren im Arbeitsalltag anwendbar ist?

Genf vereint auf engem Raum internationale Organisationen, Privatbanken, Rohstoffhandelsunternehmen und Uhrenmarken mit stark multikulturellen Teams, in denen Französisch und Englisch nebeneinander verwendet werden. Für Bildungsverantwortliche stellt sich eine präzise Frage: Wie lässt sich prüfen, ob ein in diesem Umfeld erklärtes Verfahren tatsächlich angewendet und nicht bloss auf einer Folie wiedererkannt werden kann?
Was die Forschung zeigt: Abrufen ist nicht erneutes Lesen
Henry L. Roediger III und Jeffrey D. Karpicke (2006, Psychological Science) zeigen in Experimenten mit Texten, dass Abrufprüfungen das längerfristige Behalten stärker fördern können als zusätzliches Lesen. Der Vorteil hängt insbesondere vom zeitlichen Abstand zur Prüfung ab: Ein unmittelbarer Erfolg belegt deshalb für sich allein noch kein dauerhaftes Lernen. Für Ausbildende legt dies nahe, Lernende die Schritte eines Verfahrens ohne Unterlagen rekonstruieren zu lassen, bevor sie es erneut erklären.
Ein zweiter Mechanismus: Transfer hängt auch vom Arbeitsplatz ab
Timothy T. Baldwin und J. Kevin Ford (1988, Personnel Psychology) unterscheiden in ihrer Übersicht zum Lerntransfer zwischen Merkmalen der Lernenden, der Gestaltung der Ausbildung und dem Arbeitsumfeld. Ihr Modell reduziert Transfer nicht auf das Erinnern, sondern umfasst auch die Übertragung des Gelernten auf andere Situationen und dessen Aufrechterhaltung über die Zeit. Ein korrekt wiedergegebenes Verfahren kann somit ungenutzt bleiben, wenn Anwendungsmöglichkeiten oder die notwendige Unterstützung fehlen.

Der vorschnelle Schluss: Mehr Quizfragen würden genügen
Daraus könnte man ableiten, dass eine Ausbildung von Ausbildenden vor allem zur Entwicklung zusätzlicher Quizfragen befähigen sollte. Das würde jedoch den Wissensabruf mit der Fähigkeit verwechseln, in einer beruflichen Situation zu entscheiden. Eine geeignete Übung verlangt auch, den Anwendungsbereich des Verfahrens zu erkennen, eine Ausnahme zu bearbeiten und die getroffene Wahl zu begründen. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)
Die Grenzen: Sprache und Kompetenz auseinanderhalten
Experimente zum Behalten von Texten belegen nicht unmittelbar die Wirksamkeit einer Schulung zu komplexen Verfahren, und die Übersicht zum Transfer ist keine Genfer Untersuchung. In einem zweisprachigen Team kann eine zögerliche Antwort auf sprachliche Ausdrucksschwierigkeiten statt auf ein mangelndes Verständnis des Verfahrens hinweisen. Bei der Beurteilung sollten deshalb die Richtigkeit der Entscheidung, ihre Umsetzung und die für die Tätigkeit tatsächlich notwendigen sprachlichen Anforderungen getrennt werden.
Eine überprüfbare Praxis in Genf
Im Rahmen des SHR-Programms « Formation de formateurs » wäre eine mögliche Übung, einen hypothetischen Genfer Fall zu entwickeln: eine sensible Anfrage im Private Banking, eine Dokumentenfreigabe in einer internationalen Organisation, eine Qualitätskontrolle in der Uhrenherstellung oder die Bearbeitung einer Ausnahme im Rohstoffhandel. Vor der Lerneinheit und zwei Wochen später anhand eines vergleichbaren, aber anderen Falls würde die teilnehmende Person das Verfahren auswählen und mit den am Arbeitsplatz üblichen Hilfsmitteln ausführen. Die ausbildende Person würde mit demselben Beurteilungsraster korrekt ausgeführte kritische Schritte, Fehler und beanspruchte Hilfe erfassen und dabei vergleichbare sprachliche Bedingungen gewährleisten. Dieser Vergleich böte einen überprüfbaren Hinweis auf Fortschritte bei der simulierten Aufgabe, würde aber weder den Transfer in die reale Arbeit noch einen spezifischen Effekt der Ausbildung nachweisen. Weiterführend: entdecken Sie die Train the Trainer-Weiterbildung in Genf im Kanton Genf, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.
In Bildern: Train the Trainer in Genf



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