Weiterbildung Finanzen für Nicht-Finanzfachleute in Freiburg · Kanton FribourgFinanzen für Nichtfinanzfachleute im Kanton Freiburg: Sollten Einheiten anhand derselben Kennzahlen verglichen werden?

Im zweisprachigen Kanton Freiburg arbeiten die Lebensmittelwirtschaft, die Industrie und das universitäre Umfeld häufig über die Saane hinweg zusammen; der Wechsel zwischen Französisch und Deutsch gehört zum Führungsalltag. Für Führungskräfte ohne Finanzhintergrund stellt sich deshalb eine Frage: Reichen identische Kennzahlen aus, um Einheiten mit unterschiedlichen Aufgaben fair zu vergleichen?
1. Was die Forschung zeigt: das Gewicht gemeinsamer Kennzahlen
Mary Gascho Lipe und Steven E. Salterio (2000, The Accounting Review) zeigen in einem Experiment zur Balanced Scorecard, dass Beurteilungen gemeinsame Kennzahlen der Einheiten gegenüber einheitsspezifischen Kennzahlen bevorzugen. Verfügbare Informationen werden somit nicht zwangsläufig tatsächlich genutzt. Wer jede einzelne Zahl richtig liest, gelangt deshalb noch nicht unbedingt zu einer ausgewogenen Leistungsbeurteilung.
2. Ein Mechanismus: den Strategiebezug sichtbar machen
Rajiv D. Banker, Hsihui Chang und Mina J. Pizzini (2004, The Accounting Review) zeigen experimentell, dass Beurteilende strategiebezogenen Kennzahlen mehr Gewicht geben, wenn ihnen Informationen zur Strategie vorliegen. Die Auswahl der Kennzahlen allein genügt daher nicht: Ihr Zweck muss nachvollziehbar sein. Eine Kennzahl zu Materialverlusten oder zur Validierung eines Verfahrens wird relevanter, wenn ihr erwarteter Zusammenhang mit Kosten, Erlösen oder Risiken erläutert wird.

3. Der voreilige Schluss: auf gemeinsame Kennzahlen verzichten
Daraus abzuleiten, dass jede Einheit ein vollständig unvergleichbares Kennzahlensystem benötigt, wäre überzogen. Gemeinsame Definitionen bleiben notwendig, um finanzielle Ergebnisse zu besprechen und Ressourcen zuzuteilen. Eine differenzierte Vorgehensweise behält eine gemeinsame Grundlage bei und untersucht zugleich spezifische Faktoren, die Unterschiede erklären könnten, ohne jede Besonderheit als Ausrede gelten zu lassen. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)
4. Die Grenzen der Daten und der Übersetzung
Diese Experimente untersuchen kontrollierte Beurteilungssituationen; sie belegen nicht, dass ein bestimmtes Kennzahlensystem die Geschäftsergebnisse von Freiburger Unternehmen verbessert. Ebenso wenig prüfen sie den Einfluss der Zweisprachigkeit auf finanzielle Urteile. In der Praxis stellt die Übersetzung einer Bezeichnung allein nicht sicher, dass Abgrenzung, Berichtszeitraum und Berechnungsmethode gleich verstanden werden.
5. Eine überprüfbare Praxis in Freiburg
Ein hypothetischer Fall: Ein Freiburger Lebensmittelunternehmen vergleicht einen Produktionsbereich mit einer Piloteinheit, die in einem zweisprachigen industriellen Umfeld gemeinsam mit einem universitären Partner ein Verfahren entwickelt. Eine mögliche Übung im Programm «Finanzen für Nichtfinanzfachleute» besteht darin, ein französisch-deutsches Merkblatt zu erstellen, das für jede gemeinsame oder spezifische Kennzahl Definition, Berechnung und erwarteten Bezug zu einer finanziellen Fragestellung festhält. Die Teilnehmenden beurteilen die Einheiten zunächst nur anhand der gemeinsamen Kennzahlen, überprüfen ihr Urteil anschliessend mit den vollständigen Merkblättern und dokumentieren die Gründe für jede Änderung. Überprüft werden der Anteil geänderter Urteile und das Vorliegen einer ausdrücklichen finanziellen Begründung: Gemessen wird die Berücksichtigung von Informationen, nicht eine nachgewiesene Leistungssteigerung. Weiterführend: entdecken Sie die Finanzen für Nicht-Finanzfachleute-Weiterbildung in Freiburg im Kanton Freiburg, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.
In Bildern: Finanzen für Nicht-Finanzfachleute in Freiburg



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