Forschung 2026-07-25 Krisenmanagement Lausanne

Weiterbildung Krisenmanagement in Lausanne · Kanton VaudKrisenmanagement im Kanton Waadt: Wie koordinieren sich Teams, wenn Verfahren nicht mehr ausreichen?

Krisenmanagement im Kanton Waadt: Wie koordinieren sich Teams, wenn Verfahren nicht mehr ausreichen? — SHR, Lausanne
Krisenmanagement im Kanton Waadt: Wie koordinieren sich Teams, wenn Verfahren nicht mehr ausreichen? — SHR, Lausanne

Im Kanton Waadt schaffen die Verbindungen zwischen EPFL, UNIL, Medtech, KMU, Scale-ups der Genferseeregion und Lebensmittelkonzernen an der Riviera zahlreiche Schnittstellen zwischen Fachgebieten und Organisationen. Für das SHR-Programm zum Krisenmanagement stellt sich eine Führungsfrage: Wie lässt sich gemeinsames, stimmiges Handeln aufrechterhalten, wenn die Situation den Rahmen der vorgesehenen Verfahren sprengt?

1. Was die Literatur zeigt: Ein Plan allein erhält kein gemeinsames Verständnis

Karl E. Weick (1993, Administrative Science Quarterly) analysiert die Katastrophe von Mann Gulch, um zu verstehen, wie eine Organisation zerfallen kann, wenn ihre Mitglieder die Situation nicht mehr gemeinsam deuten können. Seine Analyse verbindet den Zerfall der Rollen mit dem Verlust des kollektiven Verständnisses: Zu wissen, was jede Person tun soll, hängt auch davon ab, zu verstehen, was gerade geschieht. Dieser Fall belegt nicht, dass Verfahren nutzlos sind; er zeigt, weshalb ihr blosses Vorhandensein keine Koordination garantiert.

2. Ein ergänzender Mechanismus: Fachwissen statt nur Positionen koordinieren

Samer Faraj und Yan Xiao (2006, Management Science) untersuchen die Koordination in einem Traumazentrum, das mit Situationen konfrontiert ist, die eine rasche Reaktion erfordern. Sie unterscheiden Praktiken zur Koordination von Fachwissen und dialogische Praktiken, mit denen Teams unerwartete Situationen gemeinsam bearbeiten. Ihre Arbeit legt nahe, dass Koordination auch davon abhängt, relevantes Wissen einzubeziehen und unterschiedliche Deutungen zu erörtern, statt Aufgaben lediglich formal zuzuteilen.

Krisenmanagement im Kanton Waadt: Wie koordinieren sich Teams, wenn Verfahren nicht mehr ausreichen? — SHR, Lausanne — Vaud
Krisenmanagement im Kanton Waadt: Wie koordinieren sich Teams, wenn Verfahren nicht mehr ausreichen? — SHR, Lausanne — Vaud

3. Der vorschnelle Schluss: Verfahren durch Improvisation ersetzen

Daraus könnte man schliessen, dass ein kompetentes Team in einer Krise auf jeden Rahmen verzichten sollte. Das würde koordinierte Anpassung mit einer Reihe individueller Initiativen verwechseln: Gemeinsame Orientierungspunkte bleiben notwendig, um Entscheidungen nachvollziehbar zu machen und Handlungen aufeinander abzustimmen. Die Führungsaufgabe besteht vielmehr darin, festzulegen, was stabil bleibt — Verantwortlichkeiten, Sicherheitsvorgaben und Nachvollziehbarkeit — und was angepasst werden darf. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)

4. Die Grenzen: spezifische Untersuchungsfelder, keine Validierung für die Waadt

Eine rückblickende Katastrophenanalyse und eine Organisationsstudie in der Traumaversorgung ergeben kein allgemeingültiges Rezept für Waadtländer Unternehmen. Ein Medtech-Unternehmen, eine Hochschule und eine internationale Sportorganisation unterliegen unterschiedlichen Anforderungen, insbesondere hinsichtlich regulatorischer Pflichten und gegenseitiger Abhängigkeiten. Eine erfolgreiche Übung beweist deshalb nicht, dass die Organisation eine reale Krise bewältigen wird; sie kann lediglich unter ausdrücklich festgelegten Bedingungen Brüche in der Koordination sichtbar machen.

5. Eine überprüfbare Praxis in Lausanne

In Lausanne könnte eine Übung für das SHR-Programm zum Krisenmanagement den Ausfall einer Plattform eines Scale-ups aus der Genferseeregion während einer Veranstaltung mit einer Hochschule, einem Medtech-Unternehmen und einer internationalen Sportorganisation simulieren: Dies ist ein hypothetisches Szenario, kein Kundenfall. Anschliessend wird eine Information eingebracht, die den ursprünglichen Plan unbrauchbar macht; die Teilnehmenden führen daraufhin ein Protokoll der kritischen Massnahmen mit verantwortlicher Person, benötigtem Fachwissen und Abhängigkeiten von anderen Teams. Als Messgrösse dient der Anteil dieser Massnahmen, deren Übernahme die betreffenden Personen vor der Ausführung ausdrücklich bestätigt haben. Eine Wiederholung nach der Nachbesprechung ermöglicht es, diesen Anteil zu vergleichen und weiterhin unklare Übergaben zu erkennen, ohne das Ergebnis als Leistungsgarantie für eine reale Krise zu betrachten. Weiterführend: entdecken Sie die Krisenmanagement-Weiterbildung in Lausanne im Kanton Waadt, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.

In Bildern: Krisenmanagement in Lausanne

Krisenmanagement-Weiterbildung in Lausanne — in der Praxis
Krisenmanagement-Weiterbildung in Lausanne — in der Praxis
Krisenmanagement-Weiterbildung in Lausanne — Praxis-Workshop
Krisenmanagement-Weiterbildung in Lausanne — Praxis-Workshop
Krisenmanagement-Weiterbildung in Lausanne — vor Ort
Krisenmanagement-Weiterbildung in Lausanne — vor Ort