Weiterbildung Krisenmanagement in Basel · Kanton Bâle-VilleKrisenmanagement im Kanton Basel-Stadt: Wie lässt sich die Stellvertretung für eine nicht verfügbare Fachperson vorbereiten?

Die Konzentration von Pharma- und Life-Sciences-Aktivitäten in Basel-Stadt geht mit hochqualifizierten internationalen Forschungsteams einher, deren Arbeitsalltag durch die Nähe zu Frankreich und Deutschland geprägt ist. Für das SHR-Programm «Krisenmanagement» stellt sich damit eine konkrete Frage: Wie bleibt kritisches Fachwissen zugänglich, wenn die üblicherweise zuständige Fachperson nicht verfügbar ist?
Was die Literatur belegt
Diane Wei Liang, Richard L. Moreland und Linda Argote (1995, Personality and Social Psychology Bulletin) verglichen Gruppen, deren Mitglieder gemeinsam oder getrennt für eine Montageaufgabe geschult worden waren. Ihre Studie zeigt den Nutzen gemeinsamen Lernens für die Entwicklung eines transaktiven Gedächtnisses: eines geteilten Wissens darüber, wer was weiss. Sie legt nahe, dass die Gruppenleistung auch davon abhängt, Fachwissen zu lokalisieren, und nicht allein von den individuellen Kenntnissen.
Der Mechanismus: nutzbare Expertise erkennen
Kyle Lewis (2003, Journal of Applied Psychology) entwickelte und validierte ein Messinstrument für das transaktive Gedächtnis in Arbeitsteams. Ihr Ansatz unterscheidet die Spezialisierung des Wissens, die anderen zugeschriebene Glaubwürdigkeit und die Koordination der Wissensnutzung. Für die Vorbereitung einer Stellvertretung in der Krise bedeutet dies, nicht nur nach dem Namen der Ersatzperson zu fragen, sondern auch nach der Anerkennung ihrer Expertise und den Voraussetzungen für deren Nutzung.

Der vorschnelle Schluss: Eine Stellvertretung genügt
Daraus könnte man schliessen, dass jeder kritischen Fachperson lediglich eine Stellvertretung zugewiesen werden muss. Zu wissen, wen man ansprechen soll, garantiert jedoch weder Verfügbarkeit noch Zugriffsrechte oder die Befugnis, eine regulierte Entscheidung zu treffen. Im pharmazeutischen Umfeld muss deshalb zwischen der fachlichen Unterstützung einer Entscheidung und der erforderlichen Freigabebefugnis unterschieden werden. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)
Die Grenzen der Daten und der Kompetenzübersichten
Diese Arbeiten belegen nicht, dass eine Übersicht der Expertisen die Folgen einer Pharma- oder Logistikkrise in Basel verringert. Eine experimentelle Montageaufgabe und gewöhnliche Arbeitsteams bilden nicht sämtliche Anforderungen eines Lieferunterbruchs, eines Qualitätsvorfalls oder einer Unterbrechung internationaler Forschung und Entwicklung ab. Ein Verzeichnis beschreibt angegebene Ressourcen; erst ein Test zeigt, ob diese im gewählten Szenario tatsächlich zugänglich sind.
Eine überprüfbare Praxis in Basel
Um diese Frage im SHR-Programm «Krisenmanagement» zu bearbeiten, kann eine hypothetische Übung in Basel einen unterbrochenen Rheintransport von Material für ein internationales Forschungs- und Entwicklungsteam simulieren, wobei die übliche Fachperson als nicht verfügbar gilt. Das Team muss eine geeignete Stellvertretung finden, die notwendigen Informationen beschaffen und die fachliche Beratung von der erforderlichen Qualitätsfreigabe trennen, ohne Befugnisregelungen zu umgehen. Das Übungsprotokoll erfasst die Zeit bis zur Identifikation einer geeigneten Ersatzperson und anschliessend bis zum tatsächlichen Dokumentenzugriff sowie jede Sprach-, Zugriffs- oder Befugnishürde. Eine Wiederholung desselben Szenarios nach Korrekturen zeigt, ob die Stellvertretung in der Übung besser funktioniert, ohne damit den Ausgang einer realen Krise vorherzusagen. Weiterführend: entdecken Sie die Krisenmanagement-Weiterbildung in Basel im Kanton Basel-Stadt, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.
In Bildern: Krisenmanagement in Basel



- krisenmanagement
- Basel
- forschung
- Weiterbildung basel
