Weiterbildung Komplexes Management in Luzern · Kanton LucerneKomplexes Management im Kanton Luzern: Wann sollte ein von der Geschäftsleitung getragenes Projekt beendet werden?

Tourismus, Hotellerie, regionale Finanzdienstleister und industrielle KMU prägen den Kanton Luzern, wobei familiengeführte Betriebe und kurze Entscheidungswege eine wichtige Rolle spielen. Für das SHR-Programm «Komplexes Management» stellt sich damit eine konkrete Frage: Wie lässt sich ein Projekt neu beurteilen, wenn dabei auch die Glaubwürdigkeit seiner ursprünglichen Befürworter auf dem Spiel steht?
Was die Forschung zeigt: Verantwortung kann das Festhalten verstärken
Barry Staw (1976, Organizational Behavior and Human Performance) zeigt experimentell, dass persönliche Verantwortung für eine frühere Entscheidung weitere Investitionen nach negativen Ergebnissen begünstigen kann. Die Fortsetzung hängt damit nicht nur von den Projektaussichten ab: Sie kann auch dazu dienen, die ursprüngliche Wahl zu rechtfertigen. Dieser Befund benennt ein Entscheidungsrisiko, ohne jede Fortsetzung nach einem Rückschlag als irrational auszuweisen.
Ein Mechanismus: die Entscheidung verteidigen, um glaubwürdig zu bleiben
Joel Brockner (1992, Academy of Management Review) legt eine theoretische Übersicht zur Eskalation von Commitment vor und betont, dass Selbstrechtfertigung allein nicht alle Situationen erklärt. Auch die verfügbaren Informationen und der Entscheidungskontext sind relevant. In einem hypothetischen Luzerner Familienbetrieb könnte die Einstellung eines neuen touristischen Angebots deshalb als Gesichtsverlust für die Geschäftsleitung erscheinen statt als gewöhnliche Überprüfung geschäftlicher Annahmen.

Der vorschnelle Schluss: bei enttäuschenden Ergebnissen sofort aufhören
Es wäre voreilig, jedes Projekt beim Auftreten von Schwierigkeiten abzubrechen. Eine schwache Hotelsaison oder eine länger als erwartet dauernde industrielle Entwicklung beweist für sich genommen noch keine fehlenden Erfolgsaussichten. Entscheidend sind die Gründe für die Fortsetzung: weiterhin plausible künftige Vorteile oder der Wunsch, bereits getätigte Ausgaben nachträglich zu rechtfertigen? (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)
Die Grenzen der Daten und einer blossen Aussensicht
Staws Experiment bildet weder die Zeiträume noch die vertraglichen Verpflichtungen und Beziehungen eines realen Unternehmens ab; Brockners Übersicht ist keine Untersuchung des Kantons Luzern. Die Arbeiten erlauben deshalb weder eine Schätzung der lokalen Häufigkeit noch die Festlegung einer allgemeingültigen Abbruchschwelle. Eine externe Einschätzung reicht ebenfalls nicht aus, wenn die prüfende Person nur die Argumente der Projektverantwortlichen erhält oder deren Annahmen nicht infrage stellen kann.
Eine überprüfbare Praxis in Luzern
Im Programm «Komplexes Management» könnte eine Übung darin bestehen, ein reales Projekt neu zu beurteilen: Hypothetische Luzerner Beispiele wären ein Hotelangebot für die Nebensaison, eine neue regionale Finanzdienstleistung oder eine Anlage für ein industrielles KMU. Vor jeder weiteren Mittelbindung werden nicht rückholbare Ausgaben getrennt von künftigen Kosten, die noch erwarteten Vorteile und eine beobachtbare Bedingung für Fortsetzung oder Abbruch schriftlich festgehalten; anschliessend prüft eine Person die Notiz, die die ursprüngliche Entscheidung nicht mitgetragen hat. Am vereinbarten Überprüfungstermin wird der Anteil erneuter Mittelbindungen mit einer vorgängig schriftlich festgelegten Bedingung erfasst und kontrolliert, ob diese eingehalten oder mit dokumentierter Begründung geändert wurde. Diese Kontrolle macht das Vorgehen überprüfbar, ohne die Rentabilität des Projekts zu garantieren. Weiterführend: entdecken Sie die Komplexes Management-Weiterbildung in Luzern im Kanton Luzern, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.
In Bildern: Komplexes Management in Luzern



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