Weiterbildung Führung an der Basis in Luzern · Kanton LucerneTeamführung im Kanton Luzern: Wie lässt sich klären, wer eine Aufgabe übernimmt?

Im Kanton Luzern sind im Tourismus, in der Hotellerie, unter regionalen Finanzdienstleistern und industriellen KMU viele Betriebe familiengeführt, mit kurzen Wegen und starkem regionalem Bezug. Für das SHR-Programm «Management de proximité» zur Führung im Arbeitsalltag stellt sich damit eine konkrete Frage: Wie lassen sich Übergaben verbindlich klären, ohne die Arbeit unnötig zu reglementieren?
1. Was die Forschung belegt
Travis C. Tubre und Judith M. Collins (2000, Journal of Management) zeigen in ihrer Metaanalyse einen negativen Zusammenhang zwischen Rollenambiguität und Arbeitsleistung. Rollenambiguität bezeichnet unter anderem Unklarheit über Erwartungen und zu übernehmende Verantwortlichkeiten. Dieser Befund beweist allerdings nicht, dass die Klärung von Zuständigkeiten allein ausreicht, um die Leistung zu verbessern.
2. Zwei unterschiedliche Schwierigkeiten
Susan E. Jackson und Randall S. Schuler (1985, Organizational Behavior and Human Decision Processes) unterscheiden Rollenambiguität von Rollenkonflikten, bei denen unvereinbare Anforderungen bestehen. Eine Mitarbeiterin kann nicht wissen, wer einen Vorgang übernehmen soll, oder dies genau wissen und dennoch zwei widersprüchliche Prioritäten erhalten. Im ersten Fall muss die Führungskraft die Übergabe klären; im zweiten muss sie zwischen Anforderungen entscheiden, statt lediglich Zuständigkeiten zu wiederholen.

3. Der vorschnelle Schluss: alles formalisieren
Daraus könnte man schliessen, dass jede Tätigkeit ein detailliertes Verfahren und eine ausschliesslich zuständige Person braucht. Die zitierten Arbeiten erlauben jedoch nicht die Schlussfolgerung, dass eine maximale Formalisierung vorzuziehen wäre. In einem Familienbetrieb mit direktem Austausch kann eine gezielte Regel zum Übergabezeitpunkt und zur Bestätigung der Übernahme eine verhältnismässigere Arbeitshypothese sein. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)
4. Was die Daten offenlassen
Diese Forschungsübersichten beziehen sich nicht speziell auf Luzern und bündeln unterschiedliche berufliche Kontexte und Messmethoden. Die beobachteten Zusammenhänge reichen nicht aus, um die kausale Wirkung einer Übergaberegel nachzuweisen. Auch in der Praxis belegt ein schriftlicher Zuständigkeitsbeschrieb noch kein gemeinsames Verständnis: Dieses muss anhand konkreter Situationen überprüft werden.
5. Eine überprüfbare Praxis in Luzern
Ein hypothetisches Beispiel aus einem familiengeführten Hotel in Luzern: Ein Gästewunsch wird von der Rezeption an die nächste Schicht weitergegeben, ohne dass jemand die Übernahme ausdrücklich bestätigt. Als Übung im Programm «Management de proximité» lässt sich eine einfache Regel vereinbaren: die übernehmende Person benennen, den Termin festhalten und ihre Bestätigung einholen. Während jeweils zwei Wochen vor und nach Einführung dieser Regel kann die Führungskraft den Anteil der übergebenen Anfragen erfassen, bei denen allein zur Klärung der Zuständigkeit nachgefragt werden muss, und dabei dieselbe Definition verwenden sowie das Arbeitsvolumen dokumentieren. Dieser Vergleich liefert einen lokal überprüfbaren Indikator, aber weder einen Kausalnachweis noch ein auf Luzerner Unternehmen verallgemeinerbares Ergebnis. Weiterführend: entdecken Sie die Führung an der Basis-Weiterbildung in Luzern im Kanton Luzern, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.
In Bildern: Führung an der Basis in Luzern



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