Weiterbildung Team-Performance in Luzern · Kanton LucerneMehrfachqualifizierung: Müssen alle die Arbeit der anderen lernen, um sich besser abzustimmen?

Wenn ein Team von wenigen Fachpersonen abhängt, scheint es naheliegend, alle in die Arbeit der anderen einzuarbeiten. Doch müssen Mitarbeitende tatsächlich lernen, einander zu ersetzen, oder vor allem verstehen, was die anderen für ihre Arbeit benötigen?
1. Was die Forschung belegt
Michelle A. Marks, Mark J. Sabella, C. Shawn Burke und Stephen J. Zaccaro (2002, Journal of Applied Psychology) untersuchen experimentell das Cross-Training, bei dem Teammitglieder mit den Verantwortlichkeiten ihrer Kolleginnen und Kollegen vertraut werden. Ihre Ergebnisse sprechen dafür, dass dieses Vorgehen das Rollenverständnis und die Koordination verbessern kann. Sie belegen nicht, dass jedes Mitglied sämtliche Arbeitsplätze vollständig beherrschen muss.
2. Abhängigkeiten verstehen statt mehr Stellvertretungen schaffen
Michelle A. Marks, John E. Mathieu und Stephen J. Zaccaro (2001, Academy of Management Review) schlagen einen theoretischen Rahmen vor, der unter anderem Koordination, die Beobachtung der Beiträge anderer und unterstützendes Verhalten unterscheidet. Damit lässt sich der erwartete Mechanismus präzisieren: Wer die Anforderungen einer angrenzenden Rolle kennt, kann Zeitpunkt und Form des eigenen Beitrags besser anpassen. Es handelt sich um einen konzeptionellen Beitrag, nicht um einen zweiten experimentellen Wirksamkeitsnachweis für Cross-Training.

3. Der vorschnelle Schluss: Alle austauschbar machen
Daraus könnte man schliessen, dass ein Team besser wird, sobald alle alles können. Eine Rolle zu verstehen, sie einzuüben und zu ihrer Ausübung berechtigt zu sein, sind jedoch unterschiedliche Dinge. Gezieltes Cross-Training kann sich auf kritische Schnittstellen beschränken: Was muss wann und in welchem Zustand weitergegeben werden? (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)
4. Die Grenzen der Daten und der üblichen Praxis
Die Experimente zum Cross-Training beruhen auf simulierten Aufgaben; sie belegen keinen gleichartigen Nutzen für sämtliche Berufe. In der Praxis begrenzen der Lernaufwand, Qualifikationsanforderungen und der Erhalt spezialisierten Fachwissens das sinnvolle Ausmass der Mehrfachqualifizierung. Ein Hospitationstag ist deshalb weder eine Berechtigung zur Übernahme einer Rolle noch ein Nachweis verbesserter Leistung.
5. Eine überprüfbare Praxis in Luzern
Im Kanton Luzern bieten Tourismus, Hotellerie, regionale Finanzdienstleister und industrielle KMU geeignete Kontexte, um Schnittstellen zu untersuchen; in den vielen familiengeführten Betrieben mit kurzen Wegen garantiert Nähe noch kein gegenseitiges Verständnis. Als hypothetisches Beispiel könnte in einem Hotel in Luzern die Rezeption beobachten, wie das Housekeeping eine Anfrage bearbeitet, und anschliessend die Beobachtungsrichtung umkehren, um die nötigen Informationen je Übergabe zu klären. Eine Übung im SHR-Programm « Performance d'équipe » könnte darauf aufbauen und den Anteil der Übergaben mit Rückfragen vor und nach der Massnahme in Zeiträumen mit vergleichbarer Auslastung erfassen. Werden zusätzlich die Personalbesetzung und Verfahrensänderungen dokumentiert, lässt sich das Ergebnis diskutieren, ohne jede Veränderung automatisch der Schulung zuzuschreiben. Weiterführend: entdecken Sie die Team-Performance-Weiterbildung in Luzern im Kanton Luzern, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.
In Bildern: Team-Performance in Luzern



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