Weiterbildung Entscheidungsfindung in Luzern · Kanton LucerneBeweist ein gutes Ergebnis, dass Ihr Team gut entschieden hat?

Wenn ein Projekt erfolgreich ist, liegt es nahe, die Entscheidung zu loben, mit der es begonnen hat. Doch wie lässt sich diese Wahl beurteilen, ohne ihr im Nachhinein Qualitäten zuzuschreiben, die das Ergebnis allein nicht belegt?
1. Was die Forschung zeigt: Das Ergebnis beeinflusst die Bewertung
Jonathan Baron und John C. Hershey (1988, Journal of Personality and Social Psychology) zeigen experimentell, dass der Ausgang einer Entscheidung die Bewertung ihrer Qualität beeinflusst, selbst wenn die zum Entscheidungszeitpunkt verfügbaren Informationen identisch bleiben. Ein günstiger Ausgang führt zu einer positiveren Bewertung der entscheidenden Person und ihrer Überlegungen. Diese Ergebnisverzerrung stellt eine verbreitete Praxis infrage: Erfolg als Beweis für ein gutes Vorgehen zu betrachten.
2. Ein zweiter Mechanismus: Die Vergangenheit erscheint vorhersehbarer
Baruch Fischhoff (1975, Journal of Experimental Psychology: Human Perception and Performance) zeigt, dass die Kenntnis des Ausgangs eines Ereignisses die rückblickende Einschätzung seiner Wahrscheinlichkeit verändert. Im Nachhinein erscheint das Eingetretene vorhersehbarer als zuvor. Dieser Rückschaufehler unterscheidet sich von der Ergebnisverzerrung: Er verändert die Rekonstruktion dessen, was man wissen konnte, und nicht nur die Bewertung der getroffenen Wahl.

3. Der voreilige Schluss: Ergebnisse sollte man ignorieren
Diese Arbeiten bedeuten nicht, dass Ergebnisse für die Bewertung von Entscheidungen nutzlos wären. Sie legen nahe, zwei Fragen zu trennen: War die Wahl mit den damals verfügbaren Informationen vertretbar, und was lässt sich aus dem tatsächlichen Verlauf lernen? Ein Erfolg kann auf eine zutreffende Annahme hinweisen, bestätigt aber nicht automatisch jeden Schritt der Überlegungen. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)
4. Die Grenzen: Eine gute Dokumentation garantiert keinen guten Entscheid
Diese Experimente beruhen auf kontrollierten Situationen und belegen nicht, dass ein bestimmtes Verfahren die Leistung eines Unternehmens verbessert. In der Praxis kann eine schriftliche Dokumentation auch zur administrativen Rechtfertigung werden, insbesondere wenn sie erst nach den ersten Ergebnissen entsteht. Für eine hilfreiche Überprüfung muss sie vor dem verbindlichen Entscheid datiert sein und Alternativen, Unsicherheiten sowie Entscheidungskriterien sichtbar machen.
5. Eine überprüfbare Praxis in Luzern
Im Kanton Luzern bieten Tourismus, Hotellerie, regionale Finanzdienstleister und industrielle KMU einen passenden Kontext für diese Unterscheidung: In den zahlreichen familiengeführten Betrieben mit kurzen Wegen und starkem regionalem Bezug kann ein sichtbares Ergebnis rasch zum Urteil über die entscheidende Person werden. Ein hypothetisches Beispiel ist ein Luzerner Hotel, das eine touristische Partnerschaft erwägt: Vor der Unterzeichnung hält die verantwortliche Führungskraft Optionen, verfügbare Informationen, Unsicherheiten und Entscheidungsgründe in einem datierten Dokument fest. Bei der späteren Auswertung beurteilt eine nicht am Projekt beteiligte Person zunächst dieses Dokument ohne Kenntnis des Ergebnisses und erfährt erst danach den Ausgang; Bewertungsänderungen und tatsächlich neue Informationen werden getrennt festgehalten. Für das SHR-Programm «Entscheidungsfindung» ist dies eine vorgeschlagene, überprüfbare Anwendung: Beide Bewertungen aufzubewahren macht sichtbar, was die Kenntnis des Ergebnisses verändert, ohne damit allein die Entscheidungsqualität messen zu wollen. Weiterführend: entdecken Sie die Entscheidungsfindung-Weiterbildung in Luzern im Kanton Luzern, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.
In Bildern: Entscheidungsfindung in Luzern



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