Weiterbildung Emotionale Intelligenz in Luzern · Kanton LucerneRiskante Entscheidung: Hat Ihr Gefühl wirklich mit der Sache zu tun?

Ein schwieriges Gespräch geht mitunter einer Entscheidung über Investitionen, Einstellungen oder Kulanz voraus. Die Fakten sind unverändert, doch die Einschätzung der Risiken kann sich verschoben haben.
1. Was die Forschung zeigt: Negative Emotionen sind nicht gleich
Jennifer S. Lerner und Dacher Keltner (2001, Journal of Personality and Social Psychology) zeigen, dass Angst und Ärger unterschiedlich mit Risikourteilen zusammenhängen: Angst geht mit pessimistischeren, Ärger mit optimistischeren Einschätzungen einher. Ihre Erklärung verknüpft diesen Unterschied mit den Einschätzungen von Gewissheit und Kontrolle, die diese Emotionen begleiten. Den eigenen Zustand lediglich als «negativ» einzuordnen, reicht deshalb nicht aus, um seinen möglichen Einfluss auf eine Entscheidung zu verstehen.
2. Der Mechanismus: Ein Gefühl kann auf eine andere Sache übergreifen
Jennifer S. Lerner, Deborah A. Small und George Loewenstein (2004, Psychological Science) lösten experimentell Traurigkeit oder Ekel aus, bevor wirtschaftliche Entscheidungen ohne Bezug zum Auslöser dieser Emotionen getroffen wurden. Traurigkeit senkte die Verkaufspreise und erhöhte die Kaufpreise, während Ekel beide senkte. Diese Ergebnisse veranschaulichen einen Übertragungseffekt: Eine Emotion aus einer Situation kann die Bewertung eines Gegenstands in einer anderen verändern.

3. Der vorschnelle Schluss: Ohne Emotionen entscheiden
Daraus abzuleiten, gute Entscheidungen erforderten die Abwesenheit von Emotionen, wäre überzogen. Besorgnis kann auch auf relevante Informationen aufmerksam machen; entscheidend ist, was sie ausgelöst hat und welche Fakten sie stützen. Im SHR-Programm «Emotionale Intelligenz» lässt sich diese Unterscheidung zwischen entscheidungsbezogenen Emotionen und Gefühlen aus einem anderen Ereignis praktisch bearbeiten. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)
4. Die Grenzen: Ein experimenteller Effekt ist keine individuelle Diagnose
Diese Studien erlauben es nicht, aus der erkennbaren Emotion einer Führungskraft deren Entscheidung vorherzusagen. Experimentelle Situationen bilden weder dauerhafte Verantwortlichkeiten noch gemeinsame Abwägungen oder die gesamte Informationslage einer beruflichen Entscheidung ab. Die Frage «Woher kommt mein Gefühl?» ist deshalb eine methodische Vorsichtsmassnahme, keine Garantie für Neutralität.
5. Eine überprüfbare Praxis in Luzern
In Luzern bieten Tourismus, Hotellerie, regionale Finanzdienstleister und industrielle KMU ein passendes Anwendungsfeld: In den zahlreichen familiengeführten Betrieben mit kurzen Wegen und starkem regionalem Bezug kann dieselbe Führungskraft unmittelbar aufeinanderfolgende, sehr unterschiedliche Gespräche führen. Als hypothetisches Beispiel könnte eine Hotelleitung direkt nach einem Konflikt mit einem Lieferanten einen Rückerstattungsantrag prüfen; vor dem Entscheid würde sie ihre Emotion, deren vermuteten Auslöser, die Rückerstattungskriterien und den vorläufigen Entscheid notieren. Über einen Monat würde sie bei aufschiebbaren Entscheidungen diese Notizen nach einer Pause erneut prüfen und festhalten, ob sich Fakten oder Kriterien geändert haben. Der Anteil der ohne neue Informationen revidierten Entscheidungen wäre ein überprüfbarer Indikator für die Stabilität des Urteils, kein Beweis dafür, dass die Emotion die Änderung verursacht hat. Weiterführend: entdecken Sie die Emotionale Intelligenz-Weiterbildung in Luzern im Kanton Luzern, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.
In Bildern: Emotionale Intelligenz in Luzern



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