Weiterbildung Krisenmanagement in Lugano · Kanton TessinKrisenmanagement im Kanton Tessin: Welche Tätigkeiten weiterführen, wenn die Arbeitskapazität sinkt?

Im Tessin sind Banken, Modeunternehmen, Handelsbetriebe und italienischsprachige Familien-KMU Teil einer Wirtschaft mit engen Verbindungen zur Lombardei und zum italienischen Markt sowie zahlreichen Grenzgängerinnen und Grenzgängern. Nach welchen Kriterien soll ein Unternehmen Tätigkeiten weiterführen, reduzieren oder aussetzen, wenn eine Störung die verfügbaren Kapazitäten verringert?
Was die Literatur zeigt: Bedrohungen können Entscheidungen verengen
Barry M. Staw, Lance E. Sandelands und Jane E. Dutton (1981, Administrative Science Quarterly) legen eine theoretische Synthese vor, nach der Bedrohungen die Informationsverarbeitung einschränken und die Kontrolle verstärken können. Diese Mechanismen begünstigen eingeübte Reaktionen, selbst wenn die Situation eine Anpassung erfordert. Für die Aufrechterhaltung des Betriebs ergibt sich daraus ein Risiko: gewohnte Prioritäten beizubehalten, ohne ihre weitere Angemessenheit zu prüfen.
Eine zweite Perspektive: Ressourcen allein erklären Anpassung nicht
Alan D. Meyer (1982, Administrative Science Quarterly) untersucht die Reaktionen von Spitälern auf einen Ärztestreik. Seine Analyse setzt die Anpassung nicht nur mit organisatorischen Ressourcen, sondern auch mit Strategien und Deutungsrahmen in Beziehung. Die verfügbaren Mittel bestimmen somit nicht allein, wie eine Organisation eine Störung bewältigt.

Der vorschnelle Schluss: nur die rentabelste Tätigkeit schützen
Daraus könnte man ableiten, die Mittel einfach auf jene Tätigkeit zu konzentrieren, die unmittelbar den höchsten Umsatz erzielt. Das würde Verpflichtungen, Unterbrechungsfolgen und Abhängigkeiten zwischen Tätigkeiten vernachlässigen. Wenn ein Handelsbetrieb in Lugano in einem hypothetischen Beispiel weiterhin Bestellungen annimmt, aber die für den Versand erforderlichen Kontrollen aussetzt, könnte dies den Rückstand vergrössern, statt den Betrieb zu sichern. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)
Die Grenzen: keine allgemeingültige Rangfolge der Tätigkeiten
Diese Arbeiten vergleichen weder die Tessiner Branchen noch bestätigen sie ein einheitliches Priorisierungsraster. Aus einer theoretischen Synthese zu Bedrohungen und einer Spitalstudie lässt sich nicht unmittelbar ableiten, welche Aufgaben eine Bank oder ein Modeunternehmen weiterführen sollte. In der Praxis kann eine ausschliesslich an der kommerziellen Sichtbarkeit orientierte Rangfolge zudem unterstützende Tätigkeiten verdecken, von denen der Betrieb abhängt.
Eine überprüfbare Praxis in Lugano
Im Rahmen des SHR-Programms «Krisenmanagement» bietet sich in Lugano eine Übung an, die eine verringerte Verfügbarkeit von Grenzgängerpersonal oder eines Partners in der Lombardei simuliert, ohne dieses Szenario als beobachtetes Ereignis darzustellen. Für jede Tätigkeit halten die Teilnehmenden die vertretbare Unterbrechungsdauer, einzuhaltende Verpflichtungen und Abhängigkeiten fest und entscheiden anschliessend, ob sie weitergeführt, reduziert oder ausgesetzt wird. Die überprüfbare Messgrösse ist der Anteil der weitergeführten Tätigkeiten, deren kritische Abhängigkeiten im Szenario vollständig verfügbar bleiben; jede Unvereinbarkeit sollte vor einer Wiederholung der Übung zur Korrektur des Plans führen. Weiterführend: entdecken Sie die Krisenmanagement-Weiterbildung in Lugano im Kanton Tessin, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.
In Bildern: Krisenmanagement in Lugano



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