Weiterbildung Weibliche Führung in Freiburg · Kanton FribourgLeadership für Frauen im Kanton Freiburg: Wie lassen sich berufliche Kontakte zwischen Deutsch und Französisch aufbauen?

Im zweisprachigen Kanton Freiburg arbeiten die Lebensmittelwirtschaft, die Industrie und der Hochschulstandort häufig über die Saane hinweg zusammen. Für das SHR-Programm «Leadership für Frauen» stellt sich damit eine praktische Frage: Wie lassen sich tragfähige berufliche Beziehungen ausserhalb des gewohnten Sprachkreises entwickeln?
1. Was die Forschung über berufliche Netzwerke zeigt
Herminia Ibarra (1992, Administrative Science Quarterly) zeigt anhand einer Werbeagentur, dass sich die beruflichen Netzwerke von Frauen und Männern in ihrer Struktur und im Zugang zu Ressourcen unterscheiden. Die Studie unterscheidet insbesondere instrumentelle Beziehungen, die der Arbeit dienen, von expressiven Beziehungen, die mit Freundschaft und Unterstützung verbunden sind. Sie regt dazu an, zu prüfen, was eine Beziehung tatsächlich ermöglicht, statt lediglich Kontakte zu zählen.
2. Auch die Sprache beeinflusst den Vertrauensaufbau
Helene Tenzer, Markus Pudelko und Anne-Wil Harzing (2014, Journal of International Business Studies) untersuchen, wie Sprachbarrieren den Vertrauensaufbau in multinationalen Teams beeinflussen. Ihre qualitative Studie beschreibt unter anderem, wie Kommunikationsschwierigkeiten die Wahrnehmung von Kompetenz und Verlässlichkeit verändern können. Dieser Mechanismus legt nahe, sprachliche Gewandtheit nicht mit der Fähigkeit gleichzusetzen, eine vertrauenswürdige Ansprechperson zu werden.

3. Der vorschnelle Schluss: einfach mehr netzwerken
Daraus könnte man schliessen, Frauen müssten mehr Kontakte knüpfen und ihre Kenntnisse der anderen Sprache eigenständig verbessern. Dabei bliebe unberücksichtigt, dass der Zugang zu Beziehungen auch von persönlichen Vermittlungen, Austauschformaten und den Gewohnheiten bereits gut vernetzter Personen abhängt. Eine vorsichtigere Folgerung verbindet individuelle Initiative mit Austauschbedingungen, unter denen nicht nur besonders sprachgewandte Personen Beziehungen aufbauen können. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)
4. Was diese Daten nicht belegen
Ibarras Untersuchung betrifft eine einzelne Organisation; die Studie von Tenzer und ihren Kollegen untersucht multinationale Teams und nicht die spezifische Freiburger Zweisprachigkeit. Die Arbeiten belegen somit weder einen besonderen Nachteil für weibliche Führungskräfte im Kanton noch eine kombinierte Wirkung von Geschlecht und Sprache in diesem Umfeld. Auch eine längere Kontaktliste beweist nicht, dass sich der Zugang zu Rat, Informationen oder Zusammenarbeit verbessert hat.
5. Eine überprüfbare Praxis in Freiburg
Eine mögliche Übung im SHR-Programm wäre, dass jede Teilnehmerin erfasst, wen sie für fachlichen Rat, Brancheninformationen oder eine Kontaktvermittlung ansprechen kann und welche Sprache sie dabei üblicherweise verwendet. Ein hypothetisches Beispiel: Eine Führungskraft aus der Lebensmittelwirtschaft in Freiburg sucht eine Ansprechperson in einem deutschsprachigen Industrieunternehmen oder am Hochschulstandort; eine persönliche Vermittlung mit einer kurzen zweisprachigen Traktandenliste kann das erste Gespräch erleichtern. Während eines Monats dokumentiert sie Anfragen, hilfreiche Antworten und vereinbarte nächste Schritte, ohne Personen nach Akzent oder Sprachgewandtheit zu beurteilen. Die Überprüfung ist konkret: Kann sie nun von einer identifizierten Ansprechperson ausserhalb ihres ursprünglichen Sprachkreises eine relevante Antwort erhalten? Weiterführend: entdecken Sie die Weibliche Führung-Weiterbildung in Freiburg im Kanton Freiburg, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.
In Bildern: Weibliche Führung in Freiburg



- weibliche führung
- Freiburg
- forschung
- Weiterbildung freiburg
