Forschung 2026-05-17 Executive Leadership Luzern

Weiterbildung Executive Leadership in Luzern · Kanton LucerneWann sollten Führungskräfte ein selbst gestartetes Projekt beenden?

Wann sollten Führungskräfte ein selbst gestartetes Projekt beenden? — SHR, Luzern
Wann sollten Führungskräfte ein selbst gestartetes Projekt beenden? — SHR, Luzern

Ein Projekt enttäuscht, doch die verantwortliche Führungskraft verlangt zusätzliche Zeit und Mittel: Ist das Beharrlichkeit oder die Schwierigkeit, loszulassen? Für das Programm «Leadership d'excellence» eröffnet diese Frage die Arbeit an einer konkreten Kompetenz: eigene Entscheidungen überprüfen, ohne Verantwortung mit Starrsinn zu verwechseln.

1. Was die Literatur belegt: Verantwortung kann das Festhalten verstärken

Barry M. Staw (1976, Organizational Behavior and Human Performance) untersuchte experimentell aufeinanderfolgende Entscheidungen zur Ressourcenverteilung nach günstigen oder ungünstigen Ergebnissen. In dieser Situation setzten Teilnehmende, die persönlich für die ursprüngliche Wahl verantwortlich waren, nach einem negativen Ergebnis mehr zusätzliche Ressourcen ein als jene, die diese Wahl nicht getroffen hatten. Dieser Befund verdeutlicht ein Führungsrisiko: Schlechte Nachrichten können die Verteidigung einer Entscheidung verstärken, statt deren Überprüfung auszulösen.

2. Der Mechanismus: bereits eingesetzte Mittel zu stark gewichten

Hal R. Arkes und Catherine Blumer (1985, Organizational Behavior and Human Decision Processes) zeigen anhand mehrerer Experimente, dass frühere Investitionen von Geld, Aufwand oder Zeit die Fortsetzung einer Tätigkeit begünstigen können. Ihre Analyse betont unter anderem das Bestreben, nicht den Eindruck zu erwecken, eingesetzte Ressourcen verschwendet zu haben. Eine nicht rückgängig zu machende Ausgabe ist jedoch für sich allein kein Grund, eine künftige Option einer anderen vorzuziehen.

Wann sollten Führungskräfte ein selbst gestartetes Projekt beenden? — SHR, Luzern — Lucerne
Wann sollten Führungskräfte ein selbst gestartetes Projekt beenden? — SHR, Luzern — Lucerne

3. Der vorschnelle Schluss: früher aufzuhören sei immer besser

Diese Arbeiten zeigen nicht, dass jede Beharrlichkeit nach einem Rückschlag irrational ist. Eine Fortsetzung kann durch glaubwürdigen künftigen Nutzen, neue Informationen oder tatsächliche Ausstiegskosten gerechtfertigt sein. Entscheidend ist die Unterscheidung zwischen einer Entscheidung aufgrund künftiger Folgen und einer Entscheidung, die vor allem die Vergangenheit akzeptabel machen soll. (unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende)

4. Die Grenzen: ein Experiment liefert keine allgemeingültige Abbruchschwelle

Experimentelle Situationen vereinfachen Entscheidungen und bilden die Komplexität vertraglicher Verpflichtungen, technischer Abhängigkeiten oder des beruflichen Ansehens nicht vollständig ab. Aus ihnen lässt sich deshalb weder eine Frist noch ein Betrag ableiten, ab dem eine Führungskraft ein Projekt aufgeben sollte. Schriftliche Abbruchkriterien können die Diskussion unterstützen; ihr Nutzen bleibt jedoch begrenzt, wenn die verantwortliche Person sie bei jedem enttäuschenden Ergebnis neu definieren kann.

5. Eine überprüfbare Praxis in Luzern

In Luzern, wo Tourismus, Hotellerie, regionale Finanzdienstleister und industrielle KMU vielfach durch familiengeführte Betriebe mit kurzen Wegen und starkem regionalem Bezug geprägt sind, könnte die persönliche Nähe die Überprüfung einer von der Führung getragenen Entscheidung erschweren. Ein hypothetisches Beispiel: Ein Familienhotel führt trotz wiederkehrender Schwierigkeiten ein Direktbuchungsprojekt weiter, dessen wichtigster Fürsprecher der Eigentümer bleibt. Eine vorgeschlagene Übung im Rahmen von «Leadership d'excellence» bestünde darin, vor der nächsten Investition den erwarteten künftigen Nutzen, die noch anfallenden Kosten, die Abbruchbedingungen und einen Überprüfungstermin festzuhalten und dieses Dokument mit einer am ursprünglichen Entscheid unbeteiligten Person zu besprechen. An diesem Termin würde geprüft, welcher Anteil der Bedingungen anhand dokumentierter Informationen beurteilt wurde und welche Kriterien seit ihrer Formulierung verändert wurden: eine Dokumentation des Vorgehens, kein Rentabilitätsnachweis. Weiterführend: entdecken Sie die Executive Leadership-Weiterbildung in Luzern im Kanton Luzern, oder durchstöbern Sie unsere Weiterbildungen für Führungskräfte und Mitarbeitende in der Schweiz.

In Bildern: Executive Leadership in Luzern

Executive Leadership-Weiterbildung in Luzern — in der Praxis
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Executive Leadership-Weiterbildung in Luzern — Praxis-Workshop
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Executive Leadership-Weiterbildung in Luzern — vor Ort
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